Prinzessin von Burundi
Wissenschaftlicher Name Neolamprologus brichardi
Deutscher Name Prinzessin von Burundi
Familie Cichlidae – Buntbarsche
Herkunft Tanganjikasee, Ostafrika
Endgröße Männchen meist etwa 8–10 cm, Weibchen häufig etwas kleiner; lange Flossenfortsätze zusätzlich
Lebenserwartung Bei guter Haltung häufig etwa 5–8 Jahre, teils länger
Temperatur Etwa 24–27 °C
pH-Wert Etwa 7,8–9,0
Gesamthärte Etwa 8–20 °dGH
Karbonathärte Ausreichend hoch für einen stabil alkalischen pH-Wert
Aquarium Für ein Paar mit Revierstruktur etwa 100–120 cm Beckenlänge empfohlen; für Familiengruppen deutlich größer
Sozialverhalten Familienverbände, ausgeprägte Revierverteidigung
Ernährung Vorwiegend kleine tierische Nahrung
Fortpflanzung Substratlaicher mit intensiver Brutpflege
Schwierigkeitsgrad Mittel – besonders wegen des Sozialverhaltens
€ 12,00
Wer die Prinzessin von Burundi halten möchte, sollte das Aquarium nicht wie ein gewöhnliches Gesellschaftsbecken einrichten.
Diese Buntbarsche brauchen ein strukturiertes Revier mit Rückzugsmöglichkeiten und klar erkennbaren Grenzen.
Unsere Einrichtungsempfehlung:
- Stabile Steinaufbauten: Mit Höhlen, Spalten und geschützten Bereichen.
- Sichtbarrieren: Mehrere voneinander getrennte Felsgruppen helfen, Revierkonflikte zu reduzieren.
- Sandiger Bodengrund: Feiner Sand oder geeigneter, nicht scharfkantiger Bodengrund passt gut zum natürlichen Lebensraum.
- Freie Schwimmbereiche: Zwischen den Steinaufbauten sollten ausreichend offene Bereiche bleiben.
- Gute Filterung: Tanganjikasee-Buntbarsche profitieren von sauberem, sauerstoffreichem Wasser.
- Stabile Wasserchemie: Ein dauerhaft alkalischer pH-Wert ist wichtiger als häufige Schwankungen.
Für ein Paar empfehlen wir ein Aquarium mit ungefähr 100–120 cm Beckenlänge und ausreichender Grundfläche.
Wer eine größere Familiengruppe beobachten möchte, sollte von Anfang an ein deutlich größeres Aquarium planen. Auch in großen Becken können sich Konflikte entwickeln, wenn mehrere erwachsene Tiere konkurrierende Reviere beanspruchen.
Sicherheitstipp: Größere Steinaufbauten müssen standsicher sein. Schwere Steine dürfen nicht durch grabende Fische unterhöhlt werden können. Sie sollten deshalb auf einer geeigneten, tragfähigen Unterlage beziehungsweise standsicher direkt auf dem Beckenboden aufgebaut werden, bevor Sand eingefüllt wird.
Sozialverhalten – eine königliche Familie mit strengen Regeln
Die Prinzessin von Burundi gehört zu den bemerkenswertesten Buntbarschen, wenn es um das Zusammenleben mehrerer Generationen geht.
In der Natur können die Tiere größere Kolonien bilden. Innerhalb dieser Kolonien besetzen fortpflanzungsfähige Paare eigene Reviere, die sie energisch verteidigen.
Besonders faszinierend ist die kooperative Brutpflege: Ältere Jungfische bleiben teilweise im elterlichen Revier und beteiligen sich an der Verteidigung späterer Bruten.
Dabei kann man im Aquarium beobachten, wie:
- Das Elternpaar eine Höhle besetzt und bewacht.
- Ältere Jungfische in der Nähe des Reviers bleiben.
- Mehrere Generationen gemeinsam einen Bereich verteidigen.
- Eindringlinge energisch vertrieben werden.
- Die Gruppe auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagiert.
Allerdings sollte man dieses Verhalten nicht romantisieren.
Familienzusammenhalt bedeutet bei dieser Art nicht automatisch dauerhaften Frieden. Wenn Jungfische heranwachsen, Reviere zu klein werden oder neue Paare entstehen, können heftige Auseinandersetzungen auftreten.
Auch ehemalige Familienmitglieder können dann vertrieben oder verletzt werden.
Deshalb muss der Aquarianer den Besatz regelmäßig beobachten und gegebenenfalls Tiere umsetzen.
In ihrem natürlichen Lebensraum ernährt sich Neolamprologus brichardi überwiegend von Plankton und kleinen tierischen Organismen.
Im Aquarium sollte deshalb eine abwechslungsreiche, gut verdauliche Ernährung im Vordergrund stehen.
Geeignet sind beispielsweise:
- Artemia
- Cyclops
- Daphnien
- Feines, hochwertiges Cichliden-Granulat
- Geeignetes Frost- und Lebendfutter
Kleine pflanzliche Bestandteile können den Speiseplan ergänzen, bilden aber nicht die Grundlage der Ernährung.
Sehr fettreiche oder ungeeignete Futtermittel sollten vermieden werden.
Lieber abwechslungsreich und maßvoll füttern als große Mengen auf einmal anbieten.
Für die Prinzessin von Burundi empfehlen wir hochwertige Futtersorten mit einem geeigneten Anteil tierischer Proteine und einer zur Fischgröße passenden Körnung.
Auch aus unserem Flipfeed-Sortiment können passende Futtersorten verwendet werden, sofern ihre Zusammensetzung den Bedürfnissen dieser planktonfressenden Buntbarsche entspricht.
Und das Beste: Unsere Flipfeed-Dosen können wiederbefüllt werden.
Weniger Verpackungsmüll, mehr Freude an der Aquaristik!
Unser Tipp aus dem Tropenzentrum Hartberg
Die Prinzessin von Burundi ist kein gewöhnlicher Gesellschaftsfisch, sondern ein kleiner Buntbarsch mit einem erstaunlich komplexen Familienleben.
Wer diese Art pflegen möchte, sollte sich nicht nur von ihrer Schönheit begeistern lassen, sondern auch ihre Revieransprüche berücksichtigen.
Wir empfehlen ein gut strukturiertes Tanganjikasee-Aquarium mit stabilen Wasserwerten und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.
Und noch etwas: Wer das Familienleben beobachten möchte, sollte Geduld mitbringen.
Oft sind es gerade die unscheinbaren Momente vor einer Höhle, die zeigen, wie faszinierend das Verhalten dieser Tiere tatsächlich ist.
Paarhaltung oder Familiengruppe?
Für die meisten Aquarianer ist ein harmonierendes Paar in einem gut strukturierten Artenaquarium die übersichtlichste Haltungsmöglichkeit.
Wer dagegen das vollständige Familienverhalten beobachten möchte, benötigt deutlich mehr Platz und muss die Entwicklung der Gruppe aufmerksam begleiten.
Bei Jungtieren kann man mit einer kleinen Gruppe beginnen und beobachten, welche Tiere sich zusammenfinden. Sobald ein Paar ein Revier beansprucht, müssen überzählige Tiere bei Bedarf getrennt werden.
Einfach mehrere erwachsene Tiere zusammenzusetzen und darauf zu hoffen, dass sie sich vertragen, ist keine zuverlässige Strategie.
⚠️ Achtung bei der Vergesellschaftung
Während der Brutpflege verteidigen diese Buntbarsche ihr Revier ausgesprochen energisch. Selbst deutlich größere Fische können angegriffen werden.
Ein gewöhnliches, bunt zusammengestelltes Gesellschaftsaquarium ist deshalb nicht empfehlenswert.
In sehr großen, gut strukturierten Tanganjikasee-Aquarien kann eine Vergesellschaftung mit Arten gelingen, die andere Bereiche des Aquariums nutzen. Das muss jedoch sorgfältig geplant werden.
Besonders wichtig: Nicht mit nahe verwandten Arten aus dem brichardi/pulcher-Komplex vergesellschaften, da Kreuzungen möglich sind.
Denn bei dieser Prinzessin gehört zum königlichen Auftritt auch eine ganze Menge Verantwortung!
